Mehr Parkplätze in der Nürnberger Innenstadt!?

17.02.2016
Herr Wöhrl eröffnet seinen Beitrag mit dem idyllischen Stadtleben der 40′er und 50′ Jahre. Es herrschte Harmonie zwischen den Verkehrsteilnehmer*innen. Es liest sich fast malerisch, wie die Leute brav auf dem Bürgersteig laufen und hin und wieder ein Auto vor einem Geschäft parkt. Er stellt ungesagt die Frage in den Raum, warum wir uns nicht auf die guten alten Zeiten zurück besinnen. Ihm scheint entgangen zu sein, dass sich die Anzahl der PKW in unserem Land seitdem weit mehr als verzehnfacht hat. Er spricht später vom Parken in zweiter und sogar dritter Reihe und verurteilt das, weil es den Verkehrsfluss stört. Bei der heutigen Anzahl der PKW müssten unsere Städte wohl vollständig aus Straßen bestehen, damit auch nur ein einziges Auto an den in fünfter oder sechster Reihe parkenden Fahrzeugen vorbeifahren könnte.
Noch ein Wort zur Harmonie zwischen den Verkehrsteilnehmer*innen. Unser Verkehr ist heute fast ausschließlich auf das Auto ausgerichtet, es kann lebensgefährlich sein auch nur eine Nebenstraße zu überqueren, die Belästigung der Anwohner kommt hinzu. Als Reaktion auf diese unverhältnismäßige Präsenz der PKW wurde, wie Wöhrl schreibt begonnen, einige wenige Bereiche des städtischen Lebens vor diesen zu schützen. „Dem Zeitgeist folgen“ – nennt Wöhrl das, und es klingt beinahe wie eine Beleidigung. Ja man folgte dem Zeitgeist, bei weitem nicht genug, doch man reagierte darauf, welche Gefahren und Unannehmlichkeiten die Omnipräsenz des Autos in der Stadt mit sich bringt.
Nur einen Absatz später wird Wöhrl nicht nur beleidigend, er scheint sich völlig von der Realität los zu lösen, in dem er schreibt, dass die Einbeziehung ökologischen Gedankenguts in der Verkehrsplanung „peinlich“ sei. Nur um sich ins Gedächtnis zu rufen: Der Verkehrssektor ist mit 30% Anteil am Primärenergieverbrauch in unserem Land ein gewaltiger Faktor für den Ausstoß von Treibhausgasen. Die einzig sinnvolle politische Antwort auf diesen Zustand als peinlich zu bezeichnen, zeugt von vollkommener Ignoranz gegenüber den globalen Problemen dieser Welt.
Laut Wöhrl setzte in den 90′er Jahren des letzten Jahrhunderts die „Verödung“ der Vorstädte ein.
Ein kleiner Blick auf die damaligen verkehrspolitischen Themen bringt zu Tage, dass zu diesem Zeitpunkt mit der Privatisierung der Bahn begonnen wurde. Um diese börsentauglich zu machen, ging die Bahn radikal aus der Fläche. Unzählige Trassen wurden stillgelegt und Vorstädte vom Schienenverkehr abgeschnitten. Die Bevölkerung war nur noch durch den Individualverkehr mobil. Laut Wöhrls Ausführungen also ideale Voraussetzungen für den Einzelhandel. In Wöhrls Universum kamen nun die global agierenden Unternehmen aufs Spielfeld und schlossen eine entstandene Lücke.
Auch hier zeigt sich seine Verweigerung vor der Realität. Diese Konzerne haben keine Lücke geschlossen; sie, genau wie die nun aufgeführten Internet Anbieter, haben den Kleinhandel nicht verdrängt weil sie mehr Parkplätze hatten, sie haben ihn verdrängt, weil sie billiger produzierten, durch Ausbeutung von Mensch und Umwelt. Wer glaubt die Masse der Verbraucher richte sich danach, zu welchem Laden eine gute Anbindung mit dem Auto herrscht, der irrt. Der Verbraucher richtet sich, getreu der kapitalistischen Maximen, nach dem niedrigsten Preis.
Wöhrl spricht als einen Kostenfaktor die Stellplatzablösung an und – welch eine Dreistigkeit- er erläutert sogar, dass diese öffentlichen Gelder in den Bau von Parkhäusern flossen, also in Nürnberg  zu großen Teilen in die Anlagen seiner eigenen Familie. Er lobt diese finanzielle Umverteilung bis zu dem Zeitpunkt, als auch der ÖPNV von diesen Geldern profitiert. Plötzlich ist die Stellplatzablösung ein untragbarer Kostenfaktor für den Einzelhandel. Wöhrl geht sogar noch weiter und bestätigt sein Image als Mensch, dem nichts an nachhaltiger Verkehrsentwicklung liegt, indem er diese Subventionierung der öffentlichen Verkehrsmittel als „Irrsinn“ bezeichnet. All dem setzt er die Spitze auf, als er erläutert, dass ein Parkhaus nachhaltiger sei als ein Bus und die Ausweitung von verkehrsberuhigten Bereichen, die beispielsweise auch für die Sicherheit von Kindern in der Stadt sorgen als unsinnig einstuft.
Der  Vergleich mit den USA in den 50er Jahren, nur wo es ausreichend  Parkflächen gäbe würde auch Umsatz generiert, hinkt enorm. Gerade Städte  mit überdurchschnittlichem Raum für PKWs wie etwa Detroit zeigen heute,  dass eine reine Fokussierung auf das Auto (hier sowohl als Lebensgefühl  als auch als Wirtschaftsfaktor) für eine Stadt tödlich sein kann.
Es  zeigte sich: Die reine Fokussierung auf das Automobil sowohl in Verkehr  als auch in Wirtschaft und Gesellschaftist hochriskant, gerade für ein  Land wie Deutschland.
Zu guter Letzt lässt Wöhrl alle Vorhänge fallen und wirft mit neoliberalen Floskeln um sich, um ein weiteres Mal zu beweisen, dass nach wie vor unzählige Menschen in der Öffentlichkeit die gute Mär vom freien Markt verkünden. Dabei ist es doch offensichtlich, wer den dezentralen Einzelhandel zerstört: Es sind nicht die fehlenden Parkplätze und die gesperrten Einfallstraßen, es ist der freie Markt, der zulässt, dass verantwortungslose Großkonzerne und Unternehmer*innen durch die schamlose Ausbeutung von Mensch und Natur mit ihren billigen Produkten die Städte und das Internet fluten.
Solche Berichte legen dem notwendigen Wandel in unserer Verkehrspolitik und Stadtentwicklung unnötig Steine in den Weg. Hoffen wir, dass die Verbraucher*innen in unserem Land die zynische Lobbyarbeit für das Auto und für Familie Wöhrls eigene Parkanlagen in diesem Artikel erkennen. Vielleicht können wir schon bald den unsäglich großen Flächenverbrauch, den die Parkhäuser in unseren Städten beanspruchen in etwas Sinnvolles, wie Wohnraum umwandeln, spätestens dann, wenn das Auto den letzten Tropfen Treibstoff aus dieser Erde gequetscht hat.

Deshalb stellt sich die GRÜNE JUGEND Nürnberg entschieden gegen Wöhrls realitätsfremde und ignorante Forderungen und fordert mehr Geld und Einsatz für nachhaltigen Verkehr und fairen Handel.

Antwort auf den vegan-kritischen Artikel der NN

2.11.2015

Die NN veröffentlichte in ihrer Wochenendsausgabe vom 31.10.2015 einen Artikel zum Thema Veganismus.

Darin wird vegane Ernährung als unbequem, mühselig und unverständlich dargestellt.

http://www.nordbayern.de/ressorts/szene-extra/selbstversuch-so-fuhlt-es-sich-an-eine-woche-veganer-zu-sein-1.4739386?searched=true

 

Unsere Antwort wurde auf der Homepage des Blattes veröffentlicht und schaffte es in Auszügen sogar in die Print-Ausgabe:

 

Tag 1: Keine Aufregung

Am Samstag war ich für meine Woche einkaufen. Das hat gar nicht lange gedauert, da ich einfach das in meinen Wagen packe, worauf ich Lust habe und ich mir leisten kann. Ich kann mich glücklich schätzen, mich nicht zu den Menschen zu zählen, welche sich beim Einkaufen über alles Gedanken machen müssen. Wo kommen meine Lebensmittel her, wie werden sie produziert und verarbeitet, wachsen Fleisch, Milch und Eier an Bäumen?

 

Tag 2: Billige Süßigkeiten

Ich stehe vor dem Süßigkeitenregal und packe mir Milka, Snickers und Co. in meinen Einkaufswagen. Ich freue mich schon darauf, für so wenig Geld meine Endorphinproduktion in Gang zu setzen. Links neben mir steht ein Hippie und kauft sich für vier Euro eine einzige Tafel Reismilchschokolade. „So ein Trottel“, denke ich mir, „Offenbar hat er nicht verstanden, dass die Kuh für ihre Milch und der Kindersklave auf der Kakaoplantage keine Rechnung stellen, der gierige Bio-Reisbauer und Fair-Trade Kakaoplantagenarbeiter allerdings schon.“

 

Tag 3: Futterneid

Heute hat mein veganer Mitbewohner groß aufgekocht. Ich habe mir zwar meinen Döner „mit alles“ bestellt, aber irgendwie übertrifft seine Mahlzeit mein Fleischbrötchen an Kreativität und Vielfalt der Geschmäcker.

Da ich keine Essenskomplexe habe, schlage ich natürlich sofort ausgiebig zu. Ich esse mich so voll, dass ich keinen Platz mehr für meinen Döner habe. „Großartig!“, rufe ich aus, „Morgen werde ich für uns kochen.“ Er schaut mich mit leuchtenden Augen an. „Vegan?“, fragt er.  Lachend erwidere ich, dass es mir wohl kaum möglich ist, ein schmackhaftes und sättigendes veganes Mahl hinzubekommen.

 

Tag 4: Tiefpunkt erreicht

Heute gab es in der Mensa wieder nur einen Veggie-Gemüseauflauf. In meinem Tagtraum pflücke ich mir ein leckeres Steak von meinem Schnitzelbaum. Für ein Stück Fleisch würde ich mittlerweile morden. Wobei –  Das macht ja schon mein Metzger für mich.

 

Tag 5: Abschiedsfeier vegan

Heute nimmt mich mein Mitbewohner zu einer Abschiedsfeier einer Freundin mit. Er warnt mich freundlicherweise schon am Mittag, dass sein Freund*innenkreis vegan lebt, aber auch ein paar gute Köche darunter sind. Ich bestelle mir vorsorglich eine doppelte Portion Gulasch zu Mittag und verputze auf dem Weg zur Feier noch drei Hamburger, damit ich nicht den ganzen Abend Hunger leiden muss. Mit einem übervollen Magen komme ich an und stehe vor dem größten Menü, welches ich je auf einer privaten Feier gesehen habe. Beim bloßen Ausstrecken meines Armes warnt mich mein Körper davor, auch nur einen Bissen zu nehmen ohne Gefahr zu laufen, meinen Magen zum Platzen zu bringen. Wehleidig wende ich mich also ab und verbringe den Abend mit vielen netten Gesprächen, was mich stark wundert, denn ich habe ich mir diese „Ökos“ doch immer als schrägen, weltfremden Haufen vorgestellt

Kurz bevor wir gehen wende ich mich noch einmal zum Buffet um wenigstens ein kleines Häppchen zu probieren, da mein Magen nicht mehr ganz so voll ist. Mit Bedauern sehe ich, dass alles aufgegessen wurde. Alles, bis auf: Brot.

 

 Tag 6: Selbstgemacht

Ich beschließe heute mit meinem Mitbewohner einzukaufen und zu kochen. Noch nie habe ich mich so intensiv damit auseinandergesetzt, was ich kaufe und wie ich es verarbeite. Ich habe beim anschließenden Essen nicht nur ein ultimatives Geschmackserlebnis, auch mein Verstand fühlt sich wohl, da er all die negativen Auswirkungen, die mein Handeln sonst auf meine Umwelt hat, nicht mühevoll unterdrücken muss um kein schlechtes Gewissen zu bekommen, sondern mit sich und meinen Taten im Reinen ist.

 

 

Tag 7: Der letzte Tag

Meine Gefühle fahren Achterbahn. Mich erfasst eine tiefgreifende Erkenntnis: JA, vegan Leben ist eine Herausforderung.  Denn es ist eine Herausforderung sein Handeln kritisch zu hinterfragen und zu erkennen, dass man in vielen Lebensbereichen zu bereitwillig darüber hinweggesehen hat, welche Konsequenzen das eigene Handeln haben kann.

 

Den Preis für unsere billigen Lebensmittel zahlen heute nicht wir mit unserem Geld, sondern andere. Ausgebeutete Kindersklaven in Westafrika, genauso wie misshandelte Tiere in deutschen Massenzuchtanlagen oder ein kollabierendes Weltklima.

Vegan zu leben bedeutet nicht nur stumpf Fleisch- und Milchersatzprodukte zu kaufen. Ein kritisches Reflektieren der eigenen Lebensweise gehört dazu, ebenso wie ein freudiges und experimentelles Kochverhalten.

Wir laden die Autorin gerne ein sich mit uns in Verbindung zu setzen. Wir würden uns freuen, gemeinsam mit ihr und Anderen über das Thema „Veganismus“ zu diskutieren und vielleicht auch gemeinsam vegan zu kochen.

 

Denn was wir essen hat nicht nur Auswirkungen auf unsere Geschmacksnerven und Geldbeutel. Unsere Handlungen haben Auswirkungen auf Menschen, Tiere und Umwelt. Das muss uns immer bewusst sein.

Liebe ist kein Verbrechen!

18.05.2015
Am Sonntag, 17. Mai 2015 haben wir den 10. internationalen Tag gegen Homo-, Bi- und Transphobie gefeiert. Das Datum erinnert an die Streichung von Homosexualität aus dem Diagnoseschlüssel der Weltgesundheitsorganisation (WHO) am 17.5.1990. Zugleich ergeben sich Parallelen zum ehemaligen Paragraphen 175 des deutschen Strafgesetzbuches, der bis 1994 sexuelle Handlungen zwischen Personen männlichen Geschlechts unter Strafe stellte. Weltweit sind gleichgeschlechtliche Handlungen und Lebensweisen, sowie Transsexualität in circa 80 Ländern verboten, in vielen verbunden mit langen Freiheitsstrafen bis hin zur Todesstrafe. Die GRÜNE JUGEND Mittelfranken versantaltete am Samstag, 16. Mai 2015 eine Kundgebung mit vielen anderen Jugendorganisationen und Hochschulgruppen in der Nürnberger Innenstadt.
Alexandra Jordan, Sprecherin der Grünen Jugend Mittelfranken, kommentiert:
Auch in Deutschland zeigt dich die Diskriminierung von homosexuellen Menschen immernoch anhand der aktuellen Gesetzteslage. Bei einem Wahlkampfauftritt der Bundeskanzlerin 2013 schmetterte sie die Bitte nach eine Adoptionsrecht für schwule und lesbische Paare mit Hinweis auf ihr Bauchgefühl ab: Sie “tue sich schwer damit”, gleichgeschlechtliche Paare diesbezüglich als vollkommen gleichwertig zur klassischen Mutter-Vater Familie anzusehen.
Dieses Haltung lehen wir konsquent ab. Wir fordern die Öffnung der Ehe, ein gleichwertiges Adoptionsrecht von homo- und heterosexuellen Paaren, sowie die Abschaffung des grundsätzlichem Blutspendeverbot für homosexuelle Menschen!
Andreas Wagner, Sprecher der Grünen Jugend Mittelfranken, ergänzt:
Noch deutlicher zeigt sich Homophobie allerdings im Alltag und im Sprachgebrauch. Die Bezeichnung “schwul” hat immer noch eine herabwürdigende und beleidigende Konnotation und wird hierfür in der Alltagssprache oft missbraucht. Wir als Grüne Jugend Mittelfranken wollen dazu aufrufen, couragiert gegen jegliche Homophobie im Alltag und Sprachgebrauch vorzugehen. Es kann einfach nicht sein, dass auf Schulhöfen, in Sportvereinen, in Werksätten oder in der Universität Homophobie immer noch zum guten Ton gehört.

Frauenkampftag geht uns alle an!

9.03.2015

Im Laufe des Samstagabends, 7. März 2015, wurde die vom 8.-März-Bündnis organisierte  Frauenkampftagsdemonstration in Nürnberg, die sich gegen Alltagssexismus und Gewalt gegen Frauen sowie für mehr Gleichberechtigung einsetzt, von Rechtsradikalen überfallen. An der Demonstration beteiligten sich auch Mitglieder der Grünen Jugend Mittelfranken. Diese verurteilen den Anschlag auf das Schärfste.

Alexandra Jordan, Sprecherin der Grünen Jugend Mittelfranken, zeigt sich bestürzt:
“Es ist unfassbar: Während sich Feministinnen und Feministen am Samstagabend friedlich für eine gerechtere Welt, gegen Sexismus, sowie gegen Gewalt an Frauen einsetzen, fällt den Anhängern der rechtsradikalen Szene, unter ihnen auch ein Nügida-Anmelder, nichts anderes ein, als Gegenstände auf eine Demo, auf der auch schwangere Frauen und Kinder waren, zu werfen und diese auch physisch zu attackieren.”
Andreas Wagner, Sprecher der Grünen Jugend Mittelfranken, fügt hinzu:
“Mittlerweile sind wir auch in Nürnberg soweit, dass Rechtsradikale Montags und Donnerstags auf ihren Pegida oder Nügida Demonstrationen offen ihren Rassismus zur Schau stellen und am Samstagabend noch schnell eine andere Demo überfallen.
Jetzt gilt es, sich nicht von Dan Eising, dem dritten Weg und Co. einschüchtern zu lassen und sich weiterhin den Demos gegen diese Faschisten anzuschließen.”

 

3 Tage Wach – Jetzt deine Fragen an die Kommunalpolitik

15.03.2014

Hey du,

du hast eine Frage zur Nürnberger Politik? Stelle Sie JETZT unter http://blog.gruene-nbg.de/ – bis Sonntag 8 Uhr sind immer Menschen vor Ort und beantworten alle Fragen persönlich.

Wir freuen uns auf dich.

P.s. die Grüne Jugend ist von 0-8 Uhr in der Nacht von Freitag auf Samstag an den Rechnern :)